Die Geschichte des Hapkido

Hapkido ist ein modernes, aber dennoch uraltes koreanisches System. Die Wurzeln unserer Kampfkunst Hapkido, unseres WEGES, reichen dabei bis zu 3000 Jahre in die Vergangenheit. Einflüsse aus China und Japan sind dabei unübersehbar, betrachtet man insbesondere auch die wechselvolle koreanische Geschichte.
Der Begründer und Urvater des modernen Hapkido, Meister Choi Young Sul, ist als kleiner Junge am Anfang des letzten Jahrhunderts nach Japan, der Besatzungsmacht Koreas, gekommen und hat dort 30 Jahre bei Meister Takeda Sogaku, dem Oberhaupt einer alten Samuraifamilie, das traditionelle Samuraisystem Daito Ryu Aiki Ju Jitsu erlernt und die Regeln des Bushido gelebt.
Vorherrschend sind in dieser Samuraikunst kreisrunde Bewegungsmuster mit verschiedenen Würfen und Hebeln. Schläge und Tritte sind eher die Ausnahme. Einer seiner Mitschüler war im Übrigen Morihei Ueshiba, der spätere Begründer des Aikido, der die kriegerische Komponente aus dem Aiki Ju Jitsu entfernt und das System vergeistigter gemacht hat. Aus diesem Grunde erkennt man heute noch gewisse Verwandtschaft zwischen einigen Hapkido und Aikido Techniken, wobei die entsprechenden Hapkido Techniken schwerpunktmäßig auf Effizienz ausgerichtet sind und stärker ihre Herkunft aus dem Daito Ryu Aiki Ju Jitsu erkennen lassen.
Als Meister Choi nach dem Ende des 2. Weltkrieges in seine koreanische Heimat zurückgekehrt ist, hat er ein erweitertes und von ihm umgearbeitetes System gelehrt, insbesondere von dem Gesichtspunkt geleitet, dass alles Japanische in Korea nach der Besetzung verpönt war. Er hat insbesondere die harten, einfachen und zweckmäßigen Tritt- und Schlagtechniken des alten koreanischen Stils Tae Kyon, ein reines Kriegssystem, in seine Kunst aufgenommen.
Weiterhin hat sich Meister Choi einiger Elemente des Subak, eines alten koreanischen Ringkampfsystems, bedient. Er nannte das System zunächst Hap Ki Kwan, wobei Kwan so viel wie Schule oder System heißt.
Einer seiner Schüler, der für das moderne Hapkido richtungweisende Meister Ji Han Jae, hat dieses System noch durch Nervendrucktechniken und den philosophischen Hintergrund ergänzt und den Namen Hapkido geprägt.

Wie Hapkido nach Deutschland kam


Nach Deutschland kam Hapkido 1964 durch koreanische Gastarbeiter, die als Bergleute befristet in Kamen und auch im Übrigen Ruhrgebiet arbeiteten. Es waren speziell die Meister Kim Sou Bong und Park In Suk, die im Freundeskreis trainierten und auch einige Deutsche als Schüler gewannen. Nach dem Ablauf der Arbeitsverträge der koreanischen Trainer hatte Karl-Heinz Kikuth aus Kamen, die Prüfung zum zweiten Dan bestanden und verbreitete Hapkido durch Lehrgänge, vor allem in Judo vereinen.

Am 03.05.1968 gründeten Werner Bakalorz 6. Dan Hapkido und Karl Heinz Kikuth 7. Dan Hapkido den ersten eigenständigen Hapkido Verein in Beckum unter dem Namen "Deutscher Hapkido Verein". Der Verein wurde später in den Hapkido Club Beckum e.V. umbenannt.
 
1991 wurde der Deutsche Hapkido Bund e.V. gegründet, der es sich zum Ziel gemacht hat alle Hapkido treibenden Sportler in Deutschland zu vereinen um gemeinsame Aktivitäten zu veranstalten wie Lehrgänge und Meisterschaften.